Die große FAQ für Reisende

Carboneras und Umgebung, Almería, Cabo de Gata-Níjar, die Wüste von Tabernas und die Dörfer im Hinterland

Über 100 Fragen und Antworten zur Vorbereitung Ihres Aufenthalts: Strände, Kulturerbe, Wanderungen, Gastronomie, Verkehrsmittel und praktische Tipps.


Carboneras – das Wesentliche auf den Punkt gebracht

Wo genau liegt Carboneras?

Es handelt sich um ein Küstendorf mit etwa 7.500 bis 8.000 Einwohnern im Südosten der Provinz Almería in Andalusien. Es liegt direkt an der nordöstlichen Spitze des Naturparks Cabo de Gata an der Mittelmeerküste, in einer der heißesten und trockensten Gegenden Europas – das sollte man wissen, bevor man seine Koffer packt.

Woher kommt der Name „Carboneras“?

Einfach nur Holzkohle! Im 16. Jahrhundert wurde in mehreren Öfen („carboneras“) aus heimischem Holz Holzkohle hergestellt, die anschließend per Schiff vor allem an die nordafrikanische Küste verschifft wurde. Die Gegend war damals mit Bäumen bewachsen, was fast unglaublich erscheint, wenn man die heutige karge Landschaft betrachtet.

Warum sollte man Carboneras als Ausgangspunkt für den Urlaub wählen?

Weil es einfach die perfekte Kombination ist: ein echtes andalusisches Fischerdorf, das seinen Charme bewahrt hat, fernab vom Massentourismus, mit guten Restaurants, allen Annehmlichkeiten des Alltags, herrlichen Stränden und dem Naturpark Cabo de Gata direkt nebenan, den man von hier aus erkunden kann.

Ist Carboneras sehr touristisch?

Eher „nicht zu viel“ – und genau darin liegt sein Charme. Es ist ein Ferienort, der vor Ort und bei den Spaniern nach wie vor beliebt ist, ohne vom internationalen Massentourismus überrannt zu werden. Man kommt hierher, um die Ruhe zu genießen, nicht um bis tief in die Nacht zu feiern.

Gehört Carboneras zum Naturpark Cabo de Gata?

Das ist der feine Unterschied, den man kennen muss: Nein, technisch gesehen liegt Carboneras nicht innerhalb des Parkgebiets, auch wenn es fast von allen Seiten davon umgeben ist. Genau aus diesem Grund konnte das Dorf ein Industriegebiet (Zementwerk, Wärmekraftwerk, Entsalzungsanlage) entwickeln, wie man es innerhalb des Parks selbst niemals vorfindet.

Wie viele Strände gibt es in Carboneras?

Das Dorf verfügt über eine mehr als 17 km lange Küste mit Stränden für jeden Geschmack: den großen, unberührten Strand von Los Muertos, eher städtisch geprägte Strände wie Las Marinicas, Los Barquicos, Los Cocones oder El Ancón mitten im Zentrum sowie eine Vielzahl kleiner, unberührter Buchten („calas“).

Welcher Strand in Carboneras ist ein absolutes Muss?

Die Playa de los Muertos, ohne Zweifel. Mit ihrem türkisfarbenen Wasser von unglaublicher Klarheit, ihrem feinen Sand und ihren weißen Kieselsteinen, eingerahmt von einer großen, schützenden Klippe, taucht sie fast jedes Jahr in den Ranglisten der schönsten Strände Spaniens auf.

Woher stammt dieser düstere Name, „Playa de los Muertos“ (Strand der Toten)?

Vor Ort kursieren verschiedene Erklärungen. Die am weitesten verbreitete besagt, dass die Meeresströmungen dort lange Zeit die Leichen von Seeleuten und Schiffbrüchigen angespült hätten, die nach Stürmen gestrandet waren. Andere sehen darin einen Hinweis auf die Form der Felsen oder Kieselsteine, die an Silhouetten erinnern würden. Niemand weiß es mit absoluter Sicherheit, aber der Name ist geblieben – und der Strand selbst ist, wenn man erst einmal dort ist, alles andere als düster!

Ist der Zugang zur Playa de los Muertos einfach?

Man muss es sich ein wenig verdienen: Der Zugang erfolgt über einen Pfad, der von einem Parkplatz hinunterführt, und die Wanderung dauert je nach Tempo 15 bis 20 Minuten. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, aber ziehen Sie lieber gutes Wanderschuhwerk statt Flip-Flops an und gehen Sie den Rückweg in aller Ruhe.

Gibt es am Playa de los Muertos irgendwelche Einrichtungen (Bar, Sanitäranlagen)?

Je nach Jahreszeit sehr wenig oder gar nichts: Dieser Strand wurde bewusst naturbelassen. Denken Sie daran, Wasser, Snacks, Sonnencreme und einen Sonnenschirm mitzunehmen, da es dort kaum natürlichen Schatten gibt.

Gibt es Strände direkt im Dorf Carboneras?

Ja, und sie sind sehr schön: Die Playa de las Marinicas, die Playa de los Barquicos, die Playa de los Cocones und die Playa El Ancón liegen mitten im Zentrum und werden von der Strandpromenade mit ihren Bars und Restaurants gesäumt. Der Sand ist dort fein, das Wasser ruhig – ideal zum Baden für die Kleinsten, ohne dass man das Auto herausholen muss.

Und die Playa del Algarrobico oder der Strand von Torre Vieja?

Das sind weitere schöne Badeplätze in der Umgebung, die etwas abseits des Zentrums liegen und oft weniger überlaufen sind. Der Algarrobico ist übrigens noch aus einem anderen Grund berüchtigt: Dort steht ein riesiges, unvollendetes Hotel, das seit Jahren im Zentrum einer Kontroverse steht.

Stimmt es, dass es in der Nähe von Carboneras ein riesiges verlassenes Hotel gibt?

Ja: Das Hotel Algarrobico, ein riesiges, illegal mitten im Naturpark am gleichnamigen Strand errichtetes Gebäude, ist zum spanischen Symbol für den Kampf gegen die Zubetonierung der geschützten Küste geworden. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten ist sein Abriss nach wie vor eine administrative Seifenoper, doch optisch steht das Gerippe immer noch und überrascht die Besucher weiterhin.

Was kann man an der Strandpromenade von Carboneras unternehmen?

Bei Sonnenuntergang spazieren gehen, auf einer Terrasse etwas trinken, Tapas naschen und den Blick aufs Meer genießen: Das ist das Herzstück des lokalen Lebens am Ende des Tages, vor allem im Sommer.

Was ist das älteste Denkmal in Carboneras?

Die Burg von San Andrés (Castillo de San Andrés), ein Wehrturm aus dem 16. Jahrhundert, der zur Verteidigung der Küste gegen Angriffe berberischer Piraten errichtet wurde. Es ist das älteste Bauwerk des Dorfes, das heute wunderschön restauriert ist und einige Ausstellungsräume zur lokalen Geschichte sowie gelegentlich kulturelle Veranstaltungen beherbergt.

Wo hat man den besten Blick auf Carboneras?

Steigen Sie auf den Mesa Roldán: Dieser flache Vulkankegel, auf dem ein Leuchtturm und ein alter Wachturm stehen und der direkt neben dem Dorf liegt, bietet einen 360-Grad-Blick über die gesamte Küste. Er ist einer der schönsten Aussichtspunkte der Gegend und ideal für einen unvergesslichen Sonnenuntergang.

Was ist die Insel San Andrés, die man vom Strand aus sehen kann?

Es handelt sich um eine kleine, geschützte Felseninsel, die vom Ufer aus gesehen die Form eines Wals hat, direkt gegenüber von Carboneras liegt und als Naturdenkmal im Naturpark Cabo de Gata ausgewiesen ist. Man darf dort zwar nicht an Land gehen, kann die Insel aber vom Strand aus beobachten oder mit dem Boot umrunden: Sie ist ein Rückzugsgebiet für Kormorane, Möwen und andere Seevögel, und ihr geschützter Meeresgrund macht sie zu einem sehr beliebten Ziel für Taucher und Schnorchler.

Warum steht in Carboneras eine Statue von Peter O’Toole?

Als Hommage an die Dreharbeiten zu „Lawrence von Arabien“ (1962), der teilweise in der Region gedreht wurde: hatte das Team eine Nachbildung der jordanischen Stadt Aqaba mit etwa 300 Häusern errichtet, und Hunderte Einwohner von Carboneras waren als Statisten engagiert worden. Die 2013 enthüllte Bronzeskulptur thront in der Nähe der Touristeninformation.

Gab es noch weitere berühmte Dreharbeiten in Carboneras oder in der Umgebung?

Ja, in der Region drehte auch ein Team von „Game of Thrones“ eine Folge, ebenso wie der Film „How I Won the War“ mit John Lennon – ganz zu schweigen von all den Spaghetti-Western, die etwas weiter entfernt in der Gegend um Tabernas gedreht wurden (siehe Teil 4).

Wo findet man in Carboneras wirklich frischen Fisch?

Überall: Die Stadt zählt etwa dreißig Restaurants, und die überwiegende Mehrheit verwendet lokal gefangenen Fisch (der Fischereihafen ist nach wie vor in Betrieb). Besuchen Sie vor allem die Chiringuitos (Strandrestaurants) und die Lokale in der Nähe des Hafens. Der Tintenfisch aus Carboneras ist übrigens eine echte lokale Berühmtheit.

Welche Restaurants in Carboneras sind besonders empfehlenswert?

Casa Santoña, Restobar Alborán, La Taberna, Bar Felipe, Los Mellizos, Ajo y Guindilla oder auch La Parada werden von Besuchern und Einheimischen regelmäßig genannt. Am besten ist es, einfach an der Strandpromenade entlangzuschlendern und sich je nach Atmosphäre und Tageskarte für ein Lokal zu entscheiden.

Gibt es in Carboneras einen Markt?

Ja, am Donnerstagvormittag: Das ist der perfekte Zeitpunkt, um Obst und Gemüse aus der Region, Oliven und Churros zu kaufen und die andalusische Atmosphäre zu genießen.

Wo kann man in Carboneras abends ausgehen?

Das Nachtleben ist eher entspannt. Das Geschehen konzentriert sich auf die Plaza del Castillo und die Strandpromenade, wo es gute Tapas-Bars und einige Cocktailbars gibt, um den Abend ausklingen zu lassen.

Hat Carboneras einen Hafen?

Ja, ein Fischerei- und Yachthafen, der vor allem von Einheimischen frequentiert wird und den authentischen, lebendigen Charakter des Dorfes versprüht – weit entfernt von den übertouristischen Yachthäfen. Hier liegt unter anderem das Schiff „Isla de Tarifa“ vor Anker.

Was ist neben dem Tourismus und der Fischerei der wichtigste Wirtschaftszweig in Carboneras?

Die Stadt beherbergt ein für die Region recht umfangreiches Industriegebiet: ein Zementwerk, ein Wärmekraftwerk, eine Fischzuchtanlage und eine der größten Meerwasserentsalzungsanlagen Europas. Ein auffälliger Kontrast zum umliegenden Naturpark – doch gerade weil Carboneras außerhalb des Schutzgebiets liegt, war diese Entwicklung möglich.

Gibt es in Carboneras Supermärkte und Geschäfte?

Ja: Im Dorfzentrum gibt es mehrere gut sortierte Supermärkte (Mercadona, Dia …) sowie kleine Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und lokale Metzgereien für den täglichen Einkauf.

Ist Carboneras für Familien mit Kindern geeignet?

Ganz genau: Die Stadtstrände haben kaum Wellen und sind flach, die Atmosphäre ist familiär und entspannt, und es gibt reichlich Abwechslung für Groß und Klein (Strand, sanfte Wassersportarten, Spaziergänge, Eis an der Strandpromenade …). Die Einheimischen gelten zudem als besonders kinderfreundlich.

Ist Carboneras eine sichere Stadt?

Ja, es ist ein sehr ruhiges Dorf, in dem man sich zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher fühlt – das ist einer der großen Vorzüge eines Aufenthalts hier.

Was ist das wichtigste Fest in Carboneras?

Das Fest der Mauren und Christen (Moros y Cristianos), das um den 13. Juni herum zu Ehren des Heiligen Antonius von Padua gefeiert wird. Die Einwohner inszenieren eine spektakuläre Schlacht zwischen arabischen und christlichen Truppen, die mit einem Sturmangriff auf den Strand beginnt und mit einer kostümierten Prozession bis zur Burg San Andrés endet. Gute Stimmung garantiert!

Gibt es in Carboneras noch andere nennenswerte Feste?

Ja, das Fischer- und Tourismusfest, das am 15. August gefeiert wird und dessen sommerliche und gesellige Atmosphäre typisch für die andalusischen Küstendörfer ist.

Wo kann man sich vor Ort über einen Besuch in Carboneras informieren (Tourismusbüro)?

Das städtische Fremdenverkehrsamt von Carboneras befindet sich in der Calle del Mar 15. Es organisiert unter anderem Führungen durch die Burg San Andrés und das Informationszentrum „Los Molinos“. Kontakt: turismo@carboneras.es / +34 950 136 052.


Aktivitäten, Klima und Alltag

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch in Carboneras?

Im Allgemeinen von April bis Oktober, um das warme und sonnige Klima zu genießen. Um die große Sommerhitze zu vermeiden (die Region gehört zu den trockensten und heißesten Europas), sollten Sie lieber Ende April bis Juni oder September bis Oktober wählen – dies sind auch ideale Jahreszeiten, wenn Sie Ruhe und Wandern bevorzugen.

Ist es im Sommer wirklich so heiß?

Ja, das Klima ist halbtrocken mit heißen und trockenen Sommern, in denen die Temperaturen oft über 30–35 °C steigen. Glücklicherweise sorgt die Meeresbrise an der Küste für eine erträglichere Atmosphäre. Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille sind wirklich unverzichtbar und nicht nur modische Accessoires.

Und wie ist das Wetter im Winter?

Mild: Die Provinz Almería ist die sonnigste in Andalusien und eine der trockensten in Europa, mit Tagestemperaturen, die im Januar oft 18 °C erreichen – ideal zum Wandern in kurzen Hosen. Die Nächte hingegen können im Hinterland durchaus kühl sein.

Weht es in Carboneras stark?

Wie überall in der Region Almería weht hier regelmäßig der Wind (Levante oder Poniente). Der Vorteil daran ist, dass er die Sommertage angenehm abkühlt: Wenn er auf der einen Seite stark weht, reicht es oft schon, den Strand zu wechseln, um wieder Ruhe zu finden.

Welche Wassersportarten kann man in Carboneras ausüben?

Tauchen und Schnorcheln rund um die Isla de San Andrés (ein Naturschutzgebiet mit einer äußerst artenreichen Unterwasserwelt), Windsurfen, Kitesurfen, Kajakfahren, Stand-up-Paddling und natürlich Bootsausflüge, um die vom Land aus unzugänglichen Buchten zu erkunden. Mehrere Anbieter an der Promenade vermieten Fahrräder, Stand-up-Paddles und Kajaks.

Kann man direkt von Carboneras aus wandern?

Ja, vom Dorf aus führen mehrere Wanderwege los: in Richtung der Sierra de Cabrera (zwischen Carboneras und Mojácar, über die berühmte Transcabrera-Route), zum Leuchtturm von Mesa Roldán oder auch auf den wunderschönen Küstenweg, der bis nach Agua Amarga führt.

Was ist der Stadtteil oder das Dorf El Argamasón?

Ein kleiner Weiler im Naturpark Cabo de Gata-Níjar, ganz in der Nähe von Carboneras, der für seine für die Region typische traditionelle Wohnarchitektur bekannt ist. Ein guter Anlass für einen Ausflug abseits der ausgetretenen Pfade.

Kann man in Carboneras Fahrräder oder Stand-up-Paddle-Boards ausleihen?

Ja, mehrere Geschäfte und lokale Anbieter an der Promenade vermieten Stand-up-Paddle-Ausrüstung, Kajaks und Fahrräder – sowohl Elektrofahrräder als auch normale Fahrräder.

Kann man in Carboneras Leitungswasser trinken?

Das Wasser ist trinkbar, doch da die Region sehr trocken ist und teilweise auf Entsalzungsanlagen angewiesen ist, hat es oft einen recht ausgeprägten mineralischen Geschmack. Die meisten Reisenden – und sogar Einheimische – bevorzugen im Alltag Wasser aus Flaschen.

Sind die Geschäfte nachmittags geöffnet?

Es ist Zeit für die Siesta: Viele kleine Geschäfte und Büros schließen zwischen 14 und 17 Uhr und öffnen dann wieder bis 20:30 oder 21 Uhr. Die großen Supermärkte und Restaurants hingegen bleiben in der Regel den ganzen Tag über geöffnet.

Wann essen die Einheimischen in Andalusien?

Hier lebt man im Rhythmus der Sonne: Man isst selten vor 14:00–14:30 Uhr zu Mittag, und das Abendessen gibt es ab 21:30 Uhr, im Sommer sogar erst um 22:00 Uhr. Die Touristenrestaurants passen sich den früheren Essenszeiten an, aber um die lokale Atmosphäre zu erleben, stellen Sie Ihre Uhren um!

Wo finde ich im Notfall einen Arzt oder eine Apotheke?

In Carboneras gibt es ein Gesundheitszentrum (Centro de Salud) für alltägliche Notfälle sowie mehrere gut ausgeschilderte Apotheken im Ortszentrum.

Sind Hunde an den Stränden erlaubt?

An den Stadtstränden von Carboneras sind sie in der Hochsaison und tagsüber in der Regel nicht erlaubt. An den eher unberührten Stränden des Parks oder außerhalb der Saison wird dies hingegen deutlich toleranter gesehen – man sollte sich jedoch immer vor Ort nach den Hinweisschildern erkundigen.

Gibt es im Sommer Mücken?

Da die Region sehr trocken ist und es nur wenige stehende Gewässer gibt, sind Mücken im Vergleich zu anderen, feuchteren Küstengebieten eher selten. Eine gute Nachricht für Ihre Abende auf der Terrasse.

Warum sind die Häuser weiß und haben Flachdächer?

Die weiße Farbe reflektiert die Wärme der andalusischen Sonne und sorgt so für kühle Innenräume. Die Flachdächer (Terrassen) dienten früher dazu, Regenwasser – das in dieser trockenen Region sehr wertvoll ist – aufzufangen oder Obst und Gemüse zu trocknen.

Was ist Alfa (Esparto), diese Pflanze, die man überall sieht?

Es handelt sich um eine heimische Wildpflanze, die wie hohes Unkraut aussieht. In der Region wird sie traditionell getrocknet und geflochten, um Körbe, Espadrilles und Seile herzustellen – ein altes handwerkliches Wissen, das in einigen Dörfern noch heute lebendig ist.

Und das „Pita“, das man in der Landschaft sieht?

So wird die amerikanische Agave hier genannt, diese riesige Sukkulente, die die gesamte Landschaft des Cabo de Gata prägt und ihr stellenweise den Anschein eines mexikanischen Westerns verleiht, was einen ganz besonderen Reiz hat.

Kann man in der Region riesige Kakteen sehen?

Ja, überall entlang der Straßen: Kaktusfeigen (Chumbos) sowie große Agaven, die ihre riesigen Blüten gen Himmel strecken, gehören zum typischen Landschaftsbild des Cabo de Gata.


Der Naturpark Cabo de Gata-Níjar

Was genau ist der Naturpark Cabo de Gata?

Er wurde 1987 als erster Naturpark Spaniens ausgewiesen, der sowohl Meeres- als auch Landgebiete umfasst. Er liegt in der Provinz Almería, erstreckt sich über eine Fläche von etwa 49.500 Hektar und ist eines der wenigen Schutzgebiete vulkanischen Ursprungs im gesamten Mittelmeerraum – eine in Europa einzigartige, wilde und unberührte Halbwüstenlandschaft.

Welche Gemeinden gehören zum Gebiet des Parks?

Almería, Carboneras und Níjar. Aus diesem Grund lautet der vollständige Name übrigens „Naturpark Cabo de Gata-Níjar“, da Níjar historisch gesehen die Gemeinde mit dem größten Gebiet innerhalb des Parks ist.

Gehört der Park zum Weltkulturerbe oder trägt er andere Auszeichnungen?

Ja: Es wurde 1997 von der UNESCO zum Biosphärenreservat und 2015 zum Geopark erklärt. Ein Teil davon, die Salinas del Cabo de Gata, ist zudem seit 1989 als Ramsar-Gebiet (Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung) ausgewiesen.

Woher rührt das ganz besondere Erscheinungsbild der Landschaften im Park?

Zu ihrem vulkanischen Ursprung: Die Sierra de Cabo de Gata entstand durch vulkanische Aktivität in der Urzeit, was dieses einzigartige Relief aus Felsspitzen, Kuppeln und erodierten Lavaformationen erklärt. Innerhalb weniger Kilometer wechselt die Landschaft vom schwarzen Basalt zu ockerfarbenen, gelben und weißen Kalksteinformationen – ein wahres Paradies für angehende Geologen.

Warum sagt man, dass dies eine der trockensten Gegenden Europas ist?

Das Klima dort ist halbtrocken vom „syrischen“ Typ, wobei die Trockenzeit in den heißesten Monaten eintritt. Die Wetterstation am Leuchtturm von Cabo de Gata hat über mehrere Jahrzehnte hinweg nur einen jährlichen Niederschlagsdurchschnitt von 156 mm verzeichnet, was diese Region zu einer der trockensten der gesamten Iberischen Halbinsel macht.

Muss man für den Eintritt in den Naturpark Cabo de Gata bezahlen?

Nein, der allgemeine Zugang zum Park ist völlig frei und kostenlos. Lediglich auf einigen Parkplätzen an Stränden, die in der Hochsaison stark frequentiert sind (wie beispielsweise Los Genoveses), wird eine geringe Gebühr von etwa 5 € pro Tag erhoben, um den Fahrzeugverkehr zu regulieren und die Gebiete zu schützen.

Wie kommt man im Park von A nach B, wenn man kein Auto hat?

Das ist etwas komplizierter: Es gibt zwar Busverbindungen von Almería oder San José zu den wichtigsten Dörfern, aber die Fahrten finden nur selten statt. Das Auto ist nach wie vor das mit Abstand praktischste Fortbewegungsmittel, um von einem Dorf zum nächsten zu gelangen; für die Sportlicheren bieten sich auch Radfahren und Wandern an, um zu versteckten Buchten zu gelangen, die mit dem Auto nicht erreichbar sind.

Kann man den Park mit dem Boot besichtigen?

Auf jeden Fall, und das ist sogar eine der schönsten Möglichkeiten, dies zu entdecken: Mehrere Unternehmen bieten Boots- oder Segeltörns entlang der Steilküste an, bei denen man von Carboneras oder San José aus Küstenabschnitte erreichen kann, die vom Land aus völlig unzugänglich sind.

Zu welcher Jahreszeit lässt sich der Nationalpark Cabo de Gata am besten besuchen?

Von Mai bis Oktober, um die Strände und das milde Klima in vollen Zügen zu genießen. Der Frühling (März–April, Blütezeit) und der Herbst sind ideal für alle, die die größte Hitze und die sommerlichen Menschenmassen lieber meiden möchten.

Welche Kleidung sollte man mitnehmen, um den Park zu erkunden?

Leichte Kleidung im Sommer, gutes Wanderschuhwerk für die Wanderwege, ein unverzichtbarer Sonnenhut und etwas zum Überziehen für den Abend, denn nach Sonnenuntergang kann der Wind die Luft schnell abkühlen.

Welche sind die schönsten Dörfer, die man im Park besuchen kann?

San José (der größte und lebhafteste Ort), Las Negras, Los Escullos, Isleta del Moro, Agua Amarga, Rodalquilar, Cabo de Gata (das Dorf), Pozo de los Frailes und Las Hortichuelas gehören zu den Orten, die man unbedingt besuchen sollte – jeder mit seiner ganz eigenen Atmosphäre.

Ist San José das Hauptdorf des Parks?

Genau: Es ist der am stärksten erschlossene Badeort des Parks, im südlichen Teil gelegen, etwa eine Autostunde von Carboneras entfernt. Das Dorf erstreckt sich rund um einen hübschen Yachthafen mit zahlreichen Bars und Restaurants, einer lebhaften Sommeratmosphäre und einem einfachen Zugang zu den schönsten Stränden (Genoveses, Mónsul), die nur wenige Kilometer entfernt liegen.

Welcher Strand ist nach Meinung der Stammgäste der bekannteste im Park?

Es fällt schwer, sich zu entscheiden, aber die Playa de los Genoveses steht sehr oft ganz oben auf der Liste: eine riesige, unberührte Bucht, gesäumt von unberührten Dünen und Kakteen, ohne das geringste Gebäude am Horizont – ideal sowohl zum Schwimmen als auch zum Tauchen.

Und die Playa de Mónsul – wird darüber auch oft gesprochen?

Ja, das ist der andere Star der Gegend: Der feine Sand und der riesige Vulkanfelsen in der Mitte (die Peineta) bilden eine spektakuläre Kulisse, die unter anderem als Hintergrund für „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ diente.

Wie gelangt man in der Hochsaison nach Mónsul und zu den Genoveses?

Um sie zu schützen, ist die Zufahrt mit dem Auto im Sommer durch eine bestimmte Anzahl an Parkplätzen begrenzt; sobald diese erreicht ist, wird die Schranke geschlossen. Am besten fährt man früh am Morgen hin oder nutzt den Shuttlebus, der regelmäßig von San José abfährt.

Kann man an diesen unberührten Stränden etwas zu essen und zu trinken kaufen?

Nein: Das sind zu 100 % unberührte Strände, ohne Bars, Liegestühle oder Toiletten. Nehmen Sie unbedingt eine Kühlbox mit Wasser und etwas zu knabbern mit, bevor Sie losfahren.

Ist Las Negras einen Abstecher wert?

Ja, es ist eines der beliebtesten Dörfer im Park: eine etwas hippiehafte und entspannte Atmosphäre, ein Strand mit dunklen Kieselsteinen mitten im Zentrum, bunte Fischerboote und Strandbars, in denen am späten Nachmittag manchmal Live-Musik gespielt wird. Es ist auch der klassische Ausgangspunkt für einen Ausflug zur Cala de San Pedro.

Was ist das für eine Gemeinschaft, die in Cala de San Pedro lebt?

Dort lebt seit Jahrzehnten eine kleine alternative Gemeinschaft in strohgedeckten Hütten, nahezu autark und ohne offizielle Anerkennung. Da sie niemanden stört, lassen die Behörden sie in Ruhe; einige Bewohner verkaufen sogar Kunsthandwerk oder betreiben eine kleine provisorische Bar für vorbeikommende Wanderer.

Wie gelangt man zur Cala de San Pedro?

Nur zu Fuß (ca. 5 km von Las Negras entfernt, d. h. 1 bis 1½ Stunden Fußmarsch auf einem steilen Pfad) oder mit dem Wassertaxi vom Hafen von Las Negras aus. Es führt keine Straße dorthin, was die zeitlose Atmosphäre dieses Ortes erklärt.

Wie sehen Los Escullos und die Isleta del Moro aus?

Zwei winzige Fischerdörfer in der Gemeinde Níjar, die außerhalb der Saison nicht einmal hundert Einwohner zählen. Los Escullos hat La Isleta, eine felsige Insel, als Kulisse; Isleta del Moro, auf einer Halbinsel gelegen, mit seinen bunten Booten, die auf den Sand gezogen wurden, ist einer der fotogensten und ruhigsten Orte des Parks.

Agua Amarga – warum hört man so oft davon?

Denn es ist – nur 15 Autominuten von Carboneras entfernt über eine schöne Küstenstraße – eines der reizvollsten und beliebtesten Dörfer des Parks: ein kleines Juwel aus weißen Häusern mit blauen Fensterläden, üppig mit Bougainvilleen geschmückt, mit einer schicken Bohème-Atmosphäre, hübschen Designer-Boutiquen, Restaurants, in denen man mit den Füßen im Sand sitzt, und einem Strand mitten im Zentrum.

Was ist die Cala de Enmedio in der Nähe von Agua Amarga?

Eine paradiesische Bucht, berühmt für ihre vom Meer geformten Klippen aus makellos weißem Gestein, die einen herrlichen Kontrast zum türkisfarbenen Wasser bilden. Mit dem Auto ist sie nicht zu erreichen: Rechnen Sie mit 25 bis 30 Minuten Fußweg von Agua Amarga oder vom Parkplatz der Cala del Plomo aus, und denken Sie daran, Wasser mitzunehmen.

Und die Cala del Plomo?

Eine weitere wunderschöne und etwas unberührtere Bucht, die über einen befahrbaren Feldweg von der Hauptstraße aus erreichbar ist. Der Strand besteht dort aus Sand und großen, glatten Kieselsteinen.

Welchen Aussichtspunkt zwischen Carboneras und Agua Amarga sollte man auf keinen Fall verpassen?

Der Aussichtspunkt an der Straße, die die beiden Dörfer verbindet, bietet einen herrlichen Blick auf das Meer und die wüstenartige Berglandschaft im Hintergrund, deren Gipfel auch heute noch als Kulisse für Filme und Serien dienen.

Kann man im Park Flamingos beobachten?

Ja, in den Salinas de Cabo de Gata (den Salzwiesen), die sich entlang des großen Strandes in der Nähe des Leuchtturms befinden und wo hölzerne Aussichtsplattformen errichtet wurden. Man kann sie fast das ganze Jahr über beobachten, doch am zahlreichsten sind sie während der Zugzeiten, insbesondere im Spätsommer (August–September) und im Frühling.


Natur, Wanderungen und Aktivitäten im Park

Welche Tiere kann man im Park auf der Landseite antreffen?

Der Park beherbergt für die Region recht ungewöhnliche Tierarten: Füchse, Rebhühner, die Lataste-Viper, Rohrdommeln, Steinschmätzer und zahlreiche Seevögel, ganz zu schweigen von der äußerst artenreichen Meeresfauna vor der Küste. Was die Flora betrifft, so findet man hier endemische Arten wie den „Dragoncillo de Cabo de Gata“.

Kann man im Park tauchen?

Ja, das ist sogar eine der beliebtesten Aktivitäten in dieser Gegend: Der Meeresgrund ist außergewöhnlich gut erhalten und klar, und dank des Zusammentreffens von Strömungen aus Nordafrika gibt es eine sehr artenreiche Unterwasserwelt (Meeresbarben, Zackenbarsche, Tintenfische, große Posidonia-Seegraswiesen…). Mehrere Tauchzentren sind von San José oder dem Dorf Cabo de Gata aus tätig.

Lohnt sich das Schnorcheln im Park?

Es ist sogar ein wahres Paradies dafür: Das Wasser ist so klar, dass man mit einer einfachen Taucherbrille und einem Schnorchel ganz leicht große Posidonia-Seegraswiesen und eine Vielzahl bunter Fische entdecken kann, ohne Tauchausrüstung zu benötigen.

Kann man Ausflüge mit dem Seekajak unternehmen?

Ja, das ist eine der besten Aktivitäten in der Gegend: Von Las Negras, San José oder Agua Amarga aus starten geführte Touren, um Meereshöhlen zu erkunden, die zu Fuß völlig unzugänglich sind.

Wo kann man ein Boot mieten, um die Küste zu erkunden?

Im Hafen von Carboneras oder in San José: Man kann kleine Boote ohne Führerschein mieten oder einen Ausflug mit einem einheimischen Skipper buchen, der einem die schönsten versteckten Buchten der Gegend zeigt.

Kann man am Cabo de Gata surfen oder Bodyboard fahren?

Es ist zwar nicht das Meer, aber wenn der Levante-Wind aufkommt, bieten Spots wie der Strand von Genoveses oder der von Los Muertos hervorragende Wellen zum Surfen, Windsurfen und Bodyboarden. Achten Sie an solchen Tagen jedoch auf die Strömungen in Los Muertos.

Was sind die schönsten Wanderungen im Park?

Der Klassiker unter den Klassikern ist nach wie vor die Strecke Las Negras → Cala San Pedro (ca. 5 km hin, 5 km zurück) sowie der Wanderweg, der Carboneras über den Mesa Roldán mit Agua Amarga verbindet. Für besonders Motivierte gibt es einen 66 km langen Rundweg, der den gesamten Park durchquert und in 3 oder 4 Tagen bewältigt werden kann – das Zelten ist dort jedoch strengstens verboten.

Darf man im Park frei zelten oder biwakieren?

Nein, Wildcampen und Biwakieren sind strengstens verboten, um dieses empfindliche Ökosystem zu schützen. In der Nähe gibt es jedoch mehrere ausgewiesene Campingplätze, insbesondere in Richtung San José.

Darf man im Park frei zelten oder biwakieren?

Nein, Wildcampen und Biwakieren sind strengstens verboten, um dieses empfindliche Ökosystem zu schützen. In der Nähe gibt es jedoch mehrere ausgewiesene Campingplätze, insbesondere in Richtung San José.

Warum hat die Erde an manchen Stellen im Park so seltsame Farben?

Hier kommt die vulkanische Vergangenheit der Region zum Ausdruck: Schwarzes Basaltgestein, Ockerfarben sowie gelber und weißer Kalkstein wechseln sich teilweise auf nur wenigen Kilometern ab und schaffen Landschaften, die wie von einem anderen Planeten wirken.

Wo genau befindet sich der Leuchtturm von Cabo de Gata?

An der südlichsten Spitze des Parks, am Ende der Straße, die in das Schutzgebiet führt. Dies ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der gesamten Provinz Almería und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Küste und das Alboran-Meer – einer der schönsten Orte, um den Sonnenuntergang zu bewundern, wobei die Sonne direkt hinter dem nahegelegenen Riff ins Meer taucht.

Was ist das „Riff von Las Sirenas“?

Eine spektakuläre Felsformation in der Nähe des Leuchtturms von Cabo de Gata, die zu den charakteristischsten Motiven der Region zählt – oft eines der ersten Fotos, die man sieht, wenn man im Internet nach „Cabo de Gata“ sucht.

Gibt es ein Informationszentrum, um den Parkbesuch gut vorzubereiten?

Ja, das Besucherzentrum von Amoladeras, das im lokalen Baustil errichtet wurde, bietet alle nützlichen Informationen, einen Vorführraum und Ausstellungsräume. Es liegt etwa 20 km vom Zentrum von Almería entfernt an der Straße AL-3115.

Welches Dorf im Nationalpark ist für seine traditionelle Töpferei bekannt?

Níjar: Hier findet man die beste Auswahl an farbenfroher Keramik (gelb, türkis, blau, braun) und die „Jarapas“, wunderschöne, bunte, handgewebte Teppiche aus Stoffresten – ein Handwerk, das seit Generationen weitergegeben wird und in den Werkstätten des Dorfes nach wie vor lebendig ist.


Almería, Rodalquilar und die Dörfer im Hinterland

Ist Almería, die Provinzhauptstadt, einen Abstecher wert?

Ja, ganz klar: Es ist eine Stadt mit überschaubarer Größe, weniger touristisch als andere andalusische Städte wie Sevilla oder Granada, mit echtem historischem Charme und einer sehr authentischen Tapas-Szene. Von Carboneras aus sind es etwa 50 Minuten Fahrt.

Was ist die Sehenswürdigkeit in Almería, die man auf keinen Fall verpassen sollte?

Die Alcazaba von Almería, eine muslimische Festung mit drei Befestigungsringen, die im 10. Jahrhundert (um 955) von Abderramán III. erbaut wurde. Sie ist nach der Alhambra in Granada die zweitgrößte arabisch-andalusische Festung Spaniens und thront auf dem Hügel, der die Stadt überragt, mit Gärten, Wasserbecken und herrlichen Ausblicken auf das Meer.

Gibt es in Almería eine sehenswerte Kathedrale?

Ja, und ihre massive, befestigte Architektur überrascht immer wieder: Da sie mit Türmen und Zinnen erbaut wurde, um sich gegen die im 16. Jahrhundert häufigen Piratenangriffe zu verteidigen, wirkt sie fast eher wie eine Festung als wie eine klassische Kirche.

Warum wird Almería als „Gewächshaus Europas“ bezeichnet?

Wenn man sich der Stadt nähert, sieht man kilometerlange weiße Plastikplanen, die riesige Gewächshäuser bedecken: Almería produziert auf diese Weise einen Großteil des Obsts und Gemüses, das im Winter in Nordeuropa verzehrt wird – eine beeindruckende Agrarlandschaft, die den Spitznamen „Plastikmeer“ trägt.

Was gibt es in der Stadt Almería außer der Alcazaba noch zu sehen?

Das Viertel La Chanca, das an eine Medina erinnert; der „Cable Inglés“, ein großer Eisenpier aus dem frühen 20. Jahrhundert (entworfen von Schülern von Gustave Eiffel), der dazu diente, Eisenerz direkt aus den Zügen auf Frachtschiffe zu verladen; die „Refugios de la Guerra Civil“, ein Netz unterirdischer Stollen, das während des spanischen Bürgerkriegs zum Schutz der Bevölkerung vor Bombenangriffen errichtet wurde; und das archäologische Museum der Stadt. Für Tapas geht es in die Altstadt, rund um die Calle Jovellanos oder die Plaza Marín: Nach lokaler Tradition wird zu jedem bestellten Getränk eine Tapa gratis serviert.

Gibt es in Almería einen Flughafen, und ist dieser der nächstgelegene zu Carboneras?

Ja, der Flughafen von Almería (LEI) bedient mehrere europäische Städte und ist der naheliegendste Ankunftsort, etwa 45 Minuten bis 1 Stunde Fahrtzeit von Carboneras entfernt. Die Flughäfen von Murcia (ca. 1 Stunde 45 Minuten) und Alicante (ca. 2 Stunden 15 Minuten) bieten hingegen mehr internationale Flüge an, für diejenigen, die eine größere Auswahl an Fluggesellschaften wünschen.

Was ist das Besondere an Rodalquilar, dem Dorf der Goldminen?

Dieses Bergbaudorf, das bis 1960 in Betrieb war, liegt inmitten eines ehemaligen Vulkankraters. Heute ist es sehr abgelegen und friedlich, und man kann dort ungehindert zwischen den beeindruckenden Ruinen der Goldverarbeitungsanlagen umherwandern – ein unglaublicher Ort für Fotoliebhaber. Außerdem gibt es dort den Botanischen Garten von Albardinal (Eintritt frei), eine hübsche Kirche, in der gelegentlich klassische Konzerte stattfinden, und den nahegelegenen Strand von Playazo, der gut durch goldene Klippen geschützt ist, auf denen das Castillo de San Ramón thront.

Was ist der „Cortijo del Fraile“ in der Nähe von Rodalquilar?

Ein altes, verlassenes Gebäude mitten im Nirgendwo, das durch das tragische Ereignis, das sich dort zugetragen hat und Federico García Lorca zu seinem Theaterstück „Bluthochzeit“ inspirierte, traurige Berühmtheit erlangte. Es ist zudem ein Kult-Drehort des Western-Kinos.

Unterscheidet sich das Dorf Níjar vom gleichnamigen Naturpark?

Ja, man sollte das nicht verwechseln: Níjar ist ein typisches „weißes Dorf“, das im Landesinneren an den Ausläufern der Sierra Alhamilla (und nicht an der Küste) liegt und wegen seiner mit Blumen geschmückten Gassen zu den schönsten Dörfern Spaniens zählt. Es hat dem Naturpark seinen Namen gegeben, da ein großer Teil des Schutzgebiets verwaltungstechnisch zu dieser Gemeinde gehört.

Lucainena de las Torres – warum wird es als eines der „schönsten Dörfer“ bezeichnet?

Dieses Dorf mit etwa 700 Einwohnern, das dem Verein „Die schönsten Dörfer Spaniens“ angehört, besticht durch die Sauberkeit seiner mit Blumentöpfen geschmückten Gassen und durch seine prächtige Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert. Es ist zudem Ausgangspunkt einer „Vía Verde“ (ehemalige Eisenbahnstrecke, die zu einem Wander- und Radweg umgestaltet wurde) sowie eines „Cargadero de Mineral“, eines beeindruckenden Verladeplatzes aus Metall aus dem frühen 20. Jahrhundert, an dem das Eisenerz aus den Minen direkt in die Züge gekippt wurde.

Sorbas und die benachbarte Geode von Pulpí – was macht diese Orte so besonders?

Sorbas ist bekannt für seine am Rand einer Schlucht schwebenden Häuser und für seine spektakulären Karsthöhlen aus Gips, die im Rahmen von geführten Touren besichtigt werden können (von familienfreundlichen bis hin zu sportlichen Routen). Etwa fünfzig Autominuten weiter nördlich liegt die Géode de Pulpí, die 1999 in einem ehemaligen Eisen- und Silberbergwerk entdeckt wurde und als eine der größten besuchbaren Geoden der Welt gilt, die mit riesigen Gipskristallen ausgekleidet ist, die bis zu 2 Meter lang werden. Der Besuch ist nur nach Voranmeldung in kleinen Gruppen möglich und in der Regel für Kinder unter 8 Jahren nicht zugänglich.

Ist die Wüste von Tabernas eine echte, „offizielle“ Wüste?

Ja: Sie gilt als die einzige echte Wüste des europäischen Kontinents mit weniger als 250 mm Niederschlag pro Jahr und bietet wahrhaft spektakuläre Badlands-Landschaften (trockene Schluchten und Canyons). Ihre Entdeckung durch die Filmindustrie in den 1960er Jahren machte sie zur bevorzugten Kulisse für Spaghetti-Western, verewigt von Sergio Leone in „Für eine Handvoll Dollar“, „Für ein paar Dollar mehr“ und „Der Gute, der Böse und der Hässliche“, aber auch durch „Lawrence von Arabien“ und „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. In jüngerer Zeit wurden dort auch Szenen aus „Game of Thrones“ und „Black Mirror“ gedreht.

Was gibt es heute konkret in Tabernas zu sehen?

Ehemalige Filmkulissen, die zu Themenparks im Stil des Wilden Westens umgestaltet wurden, wie Oasys/Mini Hollywood (mit einem Zoo mit rund 800 Tieren und Schwimmbädern) oder Fort Bravo/Texas Hollywood, das rustikaler wirkt und nach wie vor als Filmkulisse genutzt wird. Der Zugang zur Wüste selbst ist frei und kostenlos, mit markierten Wanderwegen wie dem zum Alfaro-Canyon – den man im Sommer zur Mittagszeit meiden sollte, da die Hitze dort unerträglich ist. Oberhalb des Dorfes Tabernas bieten die Ruinen einer Alcazaba aus der Zeit der Mauren als Bonus einen Panoramablick über die gesamte trockene Weite der Wüste.

Welche Route eignet sich am besten, um die gesamte Region in wenigen Tagen zu erkunden?

Ein bewährter Klassiker ist es, sich in Carboneras oder in einem Dorf im Nationalpark (San José, Agua Amarga) niederzulassen und von dort aus Ausflüge zu unternehmen: einen Tag für den Naturpark Cabo de Gata und seine Strände, einen Tag für die Stadt Almería, einen Tag für die Wüste von Tabernas und die Dörfer im Hinterland (Sorbas, Lucainena oder sogar Pulpí) und einen letzten Tag für Mojácar auf dem Rückweg. Planen Sie großzügig: Diese Region lässt sich besser genießen, als sie einfach nur auf einer Liste abzuhaken.

Noch ein letzter praktischer Tipp, bevor man sich auf den Weg in die Region macht?

Drei Dinge, die man niemals vergessen sollte: einen Mietwagen (die Region lässt sich am besten per Roadtrip erkunden), reichlich Wasser und Sonnencreme (das Klima ist rau, auch außerhalb des Hochsommers) sowie gutes Wanderschuhwerk für die Wege zu den schönsten Stränden und Buchten, die sich niemals auf dem Silbertablett präsentieren. Gute Reise und genießen Sie diese noch weitgehend unberührte Ecke Andalusiens!

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